Mitteilungen an die Stadt

Hinweise zu geänderten Rettungsdienstbereichsplan ab 1.1 2014
Kreise Wittenberg Abbau Rettungsmitteln in Altkreis Jessen

an Stadt und Feuerwehr Annaburg/Prettin

Stellungnahme zum Rettungsdienstartikel vom Samstag den 21.09- MZ aus Notärztlicher Sicht.

Reduktion der Rettungsmittel im Bereich Jessen geplant nach Neuen Kreisrettungsmittelplan. Und gleichzeitige Érhöhung der Rettungsfahrzeuge für den Bereich Wittenberg/Zahna.

Sicherlich ist es gut den Rettungsdienst in den Bereich Wittenberg weiter zu stärken,,wenn dort die Hilfsfristen nicht eingehalten werden könne.Ich kann aber nicht nachvollziehen, warum das auf Kosten der Sicherstellung im Bereich Jessen geschehen soll.?Hofft man da auf den geringsten politischen Gegenwind?

In Jessen soll ein 2.Rettungswagen von 19-24 Uhr gestrichen werden und der Krankenwagen wird nach Wittenberg komplett verlegt ,nach den mir vorliegenden Planungsunterlagen zum Neuen Kreisrettungsplan.

Die politisch Verantwortlichen ,Bürgermeister ,Feuerwehrmitarbeiter ,sowie insbesondere Kreistagsabgeordneten der Jessener Region sollten sich darüber rechtzeitig kündig machen.!!,was sie künftig beschliessen werden.

Da ich nun fast 25 Jahre im Notarztdienst im Jessener Gebiet mitarbeite ,mit vielen tausend Notfallpatienten zu hatte und auch als Hausarzt in Klöden tätig bin kann glaube ich einschätzen, zu können was es bedeutet den 2 .Rettungswagen in unserer Region Nachts abzuschaffen.

Es liegen doch besondere Belastungsituationen im östlichen Versorgungsgebiet des Kreises vor:!Wie durch die Randlage im Kreis mit Elbegrenze und Ländergrenzen ,,sehr lange zeitaufwendige Transportwege zu den in 3 Bundesländern anliegenden Krankenhäusern, ,die etwa 15 Jahre über den Durchschnitt überalterte Bevölkerung des Landgebietes mit geschätzt 3000 Pflegepatienten und Zwei großen Altenpflegeheimen im Gebiet .Dazu kommt die zeitliche und körperliche sowie altersmäßige Belastungsgrenze vieler Hausärzte längst erreicht ist .Die Alarmierungszahlen für Notfälleinsätze steigen ständig an, um etwa um 25 Prozent in den letzten 5 Jahren schon. .Und außerdem ist bekannt ist,daß gerade schwere Verkehrsunfälle eher auf den baumreichen Landstrassen stattfinden.

Damit kommt es es oft zur zeitlichen Doppelalarmierung der beiden in Jessen stationierten Rettungsfahrzeuge!

Fällt nun eines dieser Fahrzeuge weg, braucht der nächste Wagen aus Zahna oder Wittenberg praktisch etwa 45 min um die Jessener Randlagen (wie Annaburg ,Holzdorf ,Prettin oder Klöden)zu erreichen.Dies habe ich auch schon oft als Hauarzt und Notarzt erlebt.Die Abschaffung des 2. RTW in der Nacht führt dann in etwa 20-30 Prozent der Fälle zu einer nicht mehr ´notfallmedizinisch verantwortbaren Verlängerung der Hilfszeiten .Damit ist in der Regel ,dann keine Wiederbelebung mehr möglich und auch ein 2.Unfallopfer müßte fast eine dreiviertel Stunde auf seine optimale Schmerzbehandlung und Abtransport in der Nacht warten.

Warum will man ausgerechnet hier einsparen.?Meint man in Wittenberg auf Kosten der Landbevölkerung weiter medizinische .Kapazitäten abzubauen?.Der Rettungsdienstplan ist in Verantwortung der Abgeordneten auch eine politische Entscheidung, ob man es ernst meint mit der Unterstützung der ländlichen Räume oder einer rechtzeitigen Herzinfarkttherapie sowie Unfallrettung oder der Einhaltung der Rettungsdienstgesetztes in welchem eine Hilfsfrist von 12 min für Rettungswagen festgeschrieben ist.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Steinert
Prakt. Arzt und Leitender Notarzt

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